Pressebericht: Dicke Luft?

Ozonwarnungen im Sommer, Smogalarm bei Inversionslagen im Winter – von Luftverschmutzung in unserer Umwelt hören und lesen wir – leider – immer wieder. Doch wie steht es mit der Qualität der Luft in unseren Wohn- und Arbeitsräumen? Von Cornelia Kühhas

Wir verbringen etwa 90 % unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Die Qualität der Raumluft und des Raumklimas wirken sich auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit aus. Vergleichende Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Belastungen durch Luftschadstoffe auch in Wohn- und Büroräumen relevant sein können. Schlechte Luft in Innenräumen ist oft die Ursache für Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit, sie kann aber auch zu ernsthaften Erkrankungen führen.

Luft ist ein essenzielles Lebensmittel
„Der Wunsch nach einer schadstoffarmen Raumluft steigt stark an“, erklärt Peter Tappler, Sachverständiger für Schadstoffe im Innenraum. „Seit etwa 20 Jahren merken wir steigendes Interesse daran – wir bekommen jedes Jahr um etwa 10 % mehr Messaufträge.“

Auch Siegfried Gaida, CEO der Thermokon GmbH Österreich, konstatiert eine steigende Nachfrage nach Sensoren zur Messung der Luftqualität und Behaglichkeit. Dennoch werde dem Thema nach wie vor nicht der nötige Stellenwert eingeräumt: „Dem Lebensmittel Raumluft wird noch nicht die erforderliche Priorität gegeben. Unser Ziel muss es sein, gesunde Innenräume in funktionierenden Gebäuden zu schaffen.“

In diese Kerbe schlägt auch Richard Spilka von der Firma Testo GmbH: „Das Besteuerungwusstsein für gute Raumqualität ist sowohl privat als auch beruflich noch nicht im Gesamtumfang angekommen.“ Im Normalfall wird die Temperatur gemessen. „CO2 als Maß des Luftwechsels und die Luftfeuchtigkeit werden kaum wahrgenommen und nur bei extremen Situationen kontrolliert“, sagt Richard Spilka.

Peter Tappler ergänzt: „Messungen werden meist auf Verdacht durchgeführt. Verdachtsmomente ergeben sich dann, wenn Beschwerden beim Aufenthalt in ganz bestimmten Räumen auftreten.“ Hinweise auf mögliche Schadstoffe in der Luft sind außerdem atypische Gerüche. „Darauf beziehen sich 10 bis 15 % der Anrufe, die uns erreichen“, so Tappler. „Auch wenn man beispielsweise eine Wohnung neu bezieht oder ein Gebäude kaufen möchte, zahlt es sich aus, einen Experten zu beauftragen, der den Status quo erhebt und Risikofaktoren, wie etwa feuchte Wände oder alte Spanplatten, analysiert.“

Bessere Luft durch mechanische Lüftung
Die Raumluftqualität ist tendenziell in mechanisch belüfteten Wohnungen besser als in natürlich belüfteten. „Vorausgesetzt, die Lüftungsanlage wird bedarfsgerecht betrieben und ist von guter Qualität“, betont Peter Tappler.

Oft werden in der Praxis bei kontrollierten Wohnraumlüftungen jedoch keine geeigneten Messstellen eingeplant, wie Richard Spilka anmerkt: „Auch eine Begehung zwecks Bestandsaufnahme der Klimaparameter mit anschließender Kontrolle nach einem Jahr wird oft nur bei Reklamation durchgeführt.“

Vorsicht auch im Holzbau
„Ich empfehle Planern, im Wohn- und Bürobau keine CLT-Bauteile aus Kiefernholz einzusetzen. Denn dieses Holz setzt über Monate bis Jahre VOC, also flüchtige organische Verbindungen, frei“, betont Peter Tappler. Diese Stoffe können die Atemwege reizen und zu unerwünschten Gerüchen führen.

Regelwerke
In Österreich sind Richt- und Orientierungswerte für die Innenraumluft sowohl in Empfehlungen als auch in Normen geregelt. „Die Anwendung und Durchführung scheitert jedoch oft an den Kosten, da diese Messungen meist als selbstverständliche Dienstleistung angesehen werden“, stellt Richard Spilka fest.

In diesem Zusammenhang warnt Peter Tappler vor Trittbrettfahrern, die oft untaugliche Methoden zu überteuerten Preisen anwenden.

 
 
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